Teneriffa
Teneriffa – zwischen schwarzen Stränden, grünen Tälern und dem Duft von Salz und Vulkanerde gibt’s ein Paradies zu entdecken… naja, zumeist.
Zona De Acampada De Los Pedregales
Ankunft
Nach einer kurzen Nacht – das Schiff legt um 5:30 Uhr in la Palma ab und erreicht am frühen Morgen Teneriffa – flüchteten wir einmal mehr vor den Touristenmassen. Wir hoffen in der äusseren nordwestlichen Ecke auf diesem Naturcamping… ja, eben, Natur zu finden.
Der Campingplatz ist eine schöne Anlage, hat aber keinen Strom und die WC-Anlagen sind nur von 10 – 17 Uhr zugänglich, sonst muss man sein Geschäft auf der Stehscheisse verrichten.
Echt anstrengend ist aber der ständige Wind. Nach drei Nächten reicht es, wir mieten uns ein Haus in Buenavista del Norte, 5 Kilometer entfernt, 400 Meter weiter unten.
Reise über den Teide Richtung Taganana Weil sie das gebuchte Haus mit Swimmingpool als Fake herausstellt, übernachten wir gestresst und ausgepowert im Hostel Buenavista del Norte. Internet ist gut und wir organisieren die Weiterreise. Es geht über den Teide nach Taganana.
Was wir nicht wissen: den Camping erreicht man nur über eine Art Pass. Und alle Toristen – und es gibt viele, sehr viele – schlängeln sich da rüber. Einmal eingefädelt gibt’s kein Zurück und mit einem Stossgebet nehme wir Passfahrer die nächste Kurve und hoffen, es kommt kein Touristencar… echt Touristencars!
Es wird sicher wunderbar sein – am Morgen in der Früh, denke ich mir… wenn noch niemand da durch fährt.
Nun, schliesslich erreichen wir diesen Öko-Zeltplatz und bleiben drei Nächte. Es ist schön dort, schön kalt.
Warmdüscheler-Überlebenstechnik
Altbewährt: sich innig aneinander schmiegen und ein Mikroklima schaffen.
Wandern gehen – dafür sind wir hier gerade richtig. Outdooractive führt dich eins ums andere Mal zu wow!-Plätzen!
Taganana
Luftqualität
Wie ich heute morgen aufstehe und aufs Handy schaue, erscheint dieser Screen. Hab’ ich zuvor noch nie gesehen. Ich schaue im Internet nach und finde: unter Teneriffa News
Klimawandel: Kanaren haben die schlechteste Luft seit zehn Jahren
Die Luft über den Kanarischen Inseln wird schlechter. Das zeigt eine neue Studie. Demnach haben die Kanaren die schlechteste Luft seit einem Jahrzehnt. Das sind Gründe und Auswirkungen.
Die Luftverschmutzung hat in ganz Spanien wieder zugenommen. Das zeigt eine Studie zur Luftqualität des vergangenen Jahres. Durch die Reaktivierung des Tourismus und der allgemeinen Mobilität war dies absehbar. Allerdings verzeichnen die Kanaren nicht nur eine Rückkehr zur den vorherigen Werten, sondern die schlechteste Luft des Jahrzehnts.
Der von Ecologistas en Acción vorgelegte Bericht zur Luftverschmutzung in Spanien besagt, dass 100 Prozent der Spanier schlechte Luft eingeatmet hätten. Demnach seien 92 Prozent des spanische Territoriums von “Luft mit einem ungesunden Verschmutzungsgrad” betroffen.
Genau wie im Rest Spaniens seien auch auf den Kanarischen Inseln “ungesunde Verschmutzungswerte” der Luft gemessen worden. Dort sei die Luftverschmutzung im vergangenen Jahr auf verschiedene Auslöser zurückzuführen.
Vier wesentliche Gründe für schlechte Luft auf den Kanaren
Wie die Wissenschaftler mitteilten, seien die Hauptgründe für die Messwerte in der Zunahme von Schwebeteilchen und troposphärischem Ozon sowie auf steigende Temperaturen und zu wenig Niederschlag zurückzuführen.
Luftqualität & El Teide
Kurz darauf sehe ich, was mir dja geschickt hat (siehe Link zu Video) und plötzlich wird mir klar, wieso dass die Luft schon die ganze Zeit so diesig ist. Am Vortag hat der Sonnenaufgang so ausgesehen.
Wanderung
Diese Wanderung führt direkt an „unserem Häuschen“ vorbei. Nachdem ich den ersten Schock verdaut hatte, entschlossen wir uns für diese Wanderung. Sie soll etwas über 6 Stunden dauern.
Die erste Etappe führt gegen Taganana, wo wir auf einen Bauern stossen, der dort in seinem Garten steht. Die Kartoffeln, die er dort anbaut, sehen gesund und kräftig aus und wir rühmen spontan seinen Garten und es entwickelt sich ein Gespräch.
Ich verstehe nicht annähernd alles. Das hat nicht nur damit zu tun, dass er unten wie oben im Mund nur noch einen Zahn hat und der Dialekt gewöhnungsbedürftig ist, vielmehr mit meinen limitierten sprachlichen Fähigkeiten. Tja, jeder und jede hat so seine Gaben mit auf den Weg bekommen und sie sind ungleich verteilt. Asi es!
Trotzdem, klar wird, früher lebten und arbeiteten viel mehr Menschen hier. Heute arbeiten die jungen Leute in der Stadt und fahren jeden Tag über den Berg zur Arbeit, wo sie Polizisten und -innen sind oder sonstwo in der Verwaltung unterkommen. Die harte Arbeit für wenig Ertrag mag niemand mehr machen, ausser ein paar Alte. Es hat auch zu wenig Wasser, meint er weiter.
Auf allen Inseln haben wir überall trassierte Hänge gesehen, die nun langsam am verfallen sind. Da das Land nicht mehr kultiviert wird, versteppt alles, wird trocken und ohne Bäume und Pflanzen, die das Wasser nun nicht mehr halten, geht der Teufelskreis weiter und weiter.
Und einmal mehr stehen wir wie der Bauer mit offenem Hosenladen und ratlos da und staunen über die Ignoranz, und die Dummheit von uns Menschen und fragen uns, was denn noch passieren muss, bis wir handeln?
Oder auch hier fatalistisch, pragmatisch denken? Wenn wir Menschen uns die Lebensgrundlage entziehen, dann braucht die Erde ein paar Tausend Jahre um sich „neu zu erfinden“ – geht auch ohne Mensch.
ABER, wenn wir Sorge zu unserer Natur und deren Bewirtschaftung tragen, dann letztlich aus höchst egoistischen Gründen oder vielleicht auch einfach nur, weil das richtig ist.